Winfried Dietrich

22.04.1923 – 10.05.2007

Am 10. Mai 2007 verstarb nach langer Krankheit der Sohn unseres Saafnlobes, Winfried Dietrich.
Winfried Dietrich war seit der Gründung unseres Vereins nach der Wende Ehrenmitglied des Erzgebirgszweigvereines Eibenstock.
Zur Wiedervereinigung der Erzgebirgsvereine der alten und neuen Bundesländer am 12. Oktober 1991 war er als Ehrengast  im Ferienhotel „Am Bühl“ anwesend.Doch schon ein Jahr vorher, am 06. Juli 1990 übergab Winfried Dietrich anlässlich der Gründungsversammlung des Erzgebirgszweigvereines Eibenstock dem damaligen Leiter der Heimatschau, Siegfried Dittrich, den Krückstock des ehemaligen Bürgermeisters Funck.
Dieser Stock wurde von Herrn Sanitätsrat Dr. med. Hugo Zschau weit über 50 Jahre aufbewahrt und dem Saafnlob als Vermächtnis geschenkt.

Und schließlich war Winfried Dietrich anlässlich des 20. Bühfestes
im Jahre 1992 in Eibenstock zu Gast. Er führte am 03. Juli durch das Programm des Heimatabends und trug dabei Mundartgedichte seines Vaters vor.

Zu den Feierlichkeiten anlässlich des 100 jährigen Bestehens des Berggasthofes auf dem Auersberg war seine Tochter, Frau Cornelia Dietrich zu Gast und überbrachte die Nachricht vom Tod ihres Vaters.

Das folgende Gedicht widmete Stephan Dietrich, unser Saafnlob, seinem Sohn Winfried:

Menn Gung

von Stephan Dietrich – Saafnlob

Wenn ich dich aguck, Gung, do denk ich oft:
Wann werscht`n du wuhl nochgeroten sei?
Ich sah mir an der Wand de Bilder a,
un meine alten Leit marschiern verbei.

Hm, wie de domols noch in Bündel logst,
do sochst de aagntlich wie dei Mutter aus.
E schiens Gesichtel. E Paar munnre Aagn-,
un immer wolltst de aus dan Bündel raus.

Su nooch aan Gahr, do satn alle Leit:
`r wird senn Voter ahnlich, guttegar.
De Nos is blus wenig annersch, un de Stirr,
un noch eweng ze hall sei seine Haar.

Mol spöter maanet noch de alte Muhm
un nohm derbei is Gungl of de Baa:
Dos is doch ne Grußvoter sei Gesicht,
un do, dos Laaberflackl, hot`r aah!

Su hot e geds in dir sich oft gesah.
När iech hob immer su vür mir gedacht:
Ofs Aißerliche kimmt`s waßgott nett a,
wall doch is Harz ne ganzn Kerl när macht.

War när nett eigebildt, bleib, waar de bist,
aafach un racht, wie Arzgebirger sei!
Nooch machst de mir de allergrößte Freid.
Ich glaab, doß mir uns noocherts ahnlich sei.